Sonntag, 6. Januar 2013. Gestern Abend erhielt ich den Leserbrief einer Dame, die offenbar zu den intensiven Nutzern des Lehmbruckmuseums zählt. Sie äußerte sich zu meinem vor zwei Wochen veröffentlichten Artikel zur Causa Stecker – und zwar mit ihrem vollständigen Namen und ihrer eMail-Adresse. Weil aus ihrem Schreiben aber nicht hervorgeht, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden wäre, unterlasse ich die Angabe ihres Namens. Weil ihr Schreiben und meine Antwort darauf von allgemeinem Interesse sein könnten, veröffentliche ich diese kleine Korrespondenz.

Werner Jurga, 06.01.2013



Raimund Stecker (Foto: xtranews)  


 

Leserbrief zur Causa Stecker

 

Lieber Herr Dr. Jurga,

ich habe Ihren Artikel über Raimund Stecker gelesen und finde es unendlich schade, dass Sie sich nicht persönlich mit ihm auseinander gesetzt haben. Leider offenbart Ihr Artikel dieses Defizit ziemlich offensichtlich, denn sollten Sie ihn kennen, dann wüssten Sie, dass Ihr Urteil an keiner Stelle auf einen Mensch, der persönlichen Umgang mit Leuten wie Henri Cartier-Bresson und Allen Ginsberg hatte, zutrifft.

Meine persönliche Sicht habe ich so zusammengefasst:

"Hiermit preise ich den Preislosen. Ohne Stecker geht es nämlich tatsächlich nicht, denn für ihn ist seine Tätigkeit nie nur ein Job, sondern Berufung. Und glücklich diejenigen, die dieses Energiebündel kennen und von ihm profitieren. Er könnte es schaffen, wenn man ihm denn Vertrauen entgegenbrächte, das Lehmbruckmuseum und Duisburg international noch mehr auf die Landkarte zu setzen. Es zu einem Ort zu machen, wo "man" gewesen sein muss. Er ist jemand, der wirklich dem Schönen, Guten und Wahren dient."

Vielleicht nutzen Sie die verbleibende Zeit und schauen sich dann doch einmal eine Veranstaltung im Lehmbruckmuseum an.

 

Ein wunderschönes Wochenende,

C. (vollständiger Name, nur hier anonymisiert), 05.01.2013

 

 

 

 

Liebe Frau C.,
 

vielen Dank für Ihren Leserbrief!

Ich habe mich niemals mit Herrn Stecker persönlich auseinandergesetzt und auch nicht den Eindruck erweckt, ich hätte.
Ich empfinde dies nicht als Defizit, auch weil mir nicht anmaße, mich zu fachlichen Dingen i.e.S. das Museum betreffend zu äußern. Ich kann mangels Kompetenz überhaupt nicht beurteilen, ob Stecker "jemand ist, der wirklich dem Schönen, Guten und Wahren dient."

In dem von Ihnen angeführten Artikel habe ich allerdings auf zwei Interventionen Steckers in die (Kommunal-) Politik verwiesen, mit denen er m.E. dem Hässlichen, dem Schlechten und dem Unwahren gedient hatte. Darin - und nur darin - liegt der Grund, warum ich diesen Herrn in Zukunft nicht mehr als leitenden Angestellten der Stadt Duisburg sehen möchte.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag

Werner Jurga

 

 

 

ursprünglicher Artikel: 

Zur Causa Stecker:

Ich habe nichts „gerechtfertigt“. Ich kritisiere...

Werner Jurga, 22.12.2012

 



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