Der 3. Oktober 2016 in Dresden

So geht sächsisch


4. Oktober 2016. Sachsen ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Noch nicht allzu lange, sondern erst seit dem 3. Oktober 1990, weshalb Sachsen gern auch mal als ein neues Land bezeichnet wird. Zugegeben, meist in der Menge im Plural: „die fünf neuen Bundesländer“. Aber immerhin, Sachsen ist auch eines, weshalb dieses schöne Stück Mitteldeutschland (kein Werbeslogan) wie die meisten anderen deutschen Länder auch seinen eigenen – genau - Werbeslogan hat. Er lautet: „So geht sächsisch“. Baden-Württemberg hat, wie Sie wissen, “Wir können alles – außer Hochdeutsch“, was irgendwie auch ganz gut zu Sachsen passen würde. Das dachte sich auch die Werbeagentur, auf deren Mist dieser Spruch gewachsen ist, auch und bot ihn deshalb zunächst den Südostdeutschen an. Als diese ihn nicht wollten, griffen die Südwestdeutschen zu. Die Cleverles hatten mit dem Slogan ziemlichen Erfolg, sei´s drum: „So geht sächsisch“ passt zu den Kameraden zwischen dem Lausitzer Bergland und dem Erzgebirge mindestens genauso gut. Seit gestern würde ich sogar sagen: eigentlich noch besser.


Besser jedenfalls als "Ich bin ein Sächsist". Den Spruch hatten die Sachsen nämlich zuvor, bis irgendeine Spaßbremse unsere Neubürger wohl darauf aufmerksam gemacht haben muss, dass es nicht, jedenfalls nicht immer und unter allen Umständen, zum Wegschmeißen komisch ist, ein Sexist zu sein. Nun gut, das konnten sie nicht wissen, die Sachsen. Woher auch? Aber, null Problemo: der Sachse als solcher ist lernfähig. Und zack, schon wurde der Slogan geändert. „So geht sächsisch“. Mit ein bisschen guten Willen geht alles. Allerdings müsste dafür guter Wille auf allen Seiten vorhanden sein. Ist er aber nicht; denn diese Besserwessis kriegen einfach den Hals nicht voll. Wenn man ihnen den kleinen Finger hinhält, wollen sie gleich die ganze Hand. Kapitalisten eben, diese Westler. „Sächsist“ darf man also nicht sagen; das wäre politisch nicht korrekt. Und wenn es nach den Wessis ginge, dürfte man bald überhaupt nichts mehr sagen. Dafür haben die stolzen Sachsen aber keine Revolution gemacht! „Fotze“, „Judensau“, „Volksverräter“ - nichts darf man bald mehr sagen.


Dürfte man bald nicht mehr... - wenn es nach der Lügenpresse oder den Politbonzen ginge. Geht es aber nicht. Das wurde gestern, also am Tag der Deutschen Einheit, in Dresden, der sächsischen Landeshauptstadt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Da kommt da zum Beispiel diese Claudia Roth von den Grünen auf dem roten Teppich angewackelt. Als ob man sich über die nicht schon genug aufregen könnte, wird die auch noch frech! Die ist ganz dreist auf die besorgten Bürger hinter der Absperrung zugegangen und hat gefragt, inwiefern sie eine Volksverräterin sei. Ja, weil sie eine Volksverräterin ist, hatten ihr die Leute natürlich geantwortet. Dann ist diese Bonzin so richtig penetrant geworden: ja, warum denn; ja, wieso denn. Provokateurin! Verständlich, dass sich dann nicht mehr jeder im Griff hat! Aber jetzt kommt´s! Danach stellt sich diese Roth hin und erklärt, sie habe wegen einer Fülle unsäglicher Obszönitäten das Gespräch abgebrochen. Da sehen sie mal, wie abgewichst diese Politbonzen sind. Die drehen es immer so, wie sie es gerade haben wollen.



Bild: Tobias Huch


Oder, eine andere Geschichte. Ebenfalls vom roten Teppich zur Frauenkirche. Da ist dann auch so ein Afrikaner oder sowas drauf rumgelaufen. Daher geschritten wie so ein Herrenmensch. Völlig klar, dass sich die empörte Masse da mal köstlich amüsiert und Affenlaute gemacht hat. Einer hat auch eine Bananenschale dem Typen hinterher geworfen. Na und?! Das ist doch Spaß. Doch inzwischen ist es ja soweit gekommen, dass sich die Systempolitiker samt angeschlossener Lügenpresse schon darüber aufregen, wenn man so einen Gast als „Nigger“ oder „Bimbo“ tituliert. Wenn es nämlich nach denen geht, sollen einfache Menschen, ganz normale Leute genauso verschwurbelt daherreden wie die Bonzen selbst. Genau wie damals in der DDR. Das lassen sich die Sachsen aber nicht mehr bieten! Die Sachsen haben nämlich schon eine Revolution gemacht, und jetzt... - ich habe das Gefühl, wir stehen vor einer Zweiten Wende. In jedem Fall: die knicken schon ein. Die haben sich nicht einmal gewagt, gegen auch nur einen einzigen der neuen Revolutionäre eine Anzeige wegen Beleidigung zu schreiben.


Denen geht doch die Düse eins zu tausend. Nach Sachsen werden sich diese ganzen Systemfritzen jedenfalls so schnell nicht mehr trauen. Oder sich wagen, Sachsen anzumachen. Zum Beispiel unsere Leipziger Freundin Bettina Kudla, Bundestagsabgeordnete der CDU. Großes Geschrei, als Kudla auf Twitter das, was gerade hier abläuft, als „Umvolkung“ bezeichnet hatte. Das Wort hätten schon die Nazis benutzt, hieß es. Ja Gott, soll denn jedes Wort, das auch die Nazis verwendet hatten, aus der deutschen Sprache gestrichen werden. Klar, wenn es nach den herrschenden Sprachmanipulierern geht, soll das wohl so sein. Wie in der DDR, wo man nicht einmal „Führerschein“ sagen durfte. Die Frauke Petry soll nicht „völkisch“ sagen, und die Bettina Kudla müsse sich entschuldigen. Lächerliches Geschrei der alten Eliten. Die Petry sagt weiter „völkisch“, die Kudla entschuldigt sich nicht, das Volk skandiert, was es will, egal ob „Nigger“ oder „Fotze“. Und nichts passiert, und die Polizei drückt beide Augen zu. Wenn nicht gerade eines mal kurz zum Zwinkern geöffnet wird. So geht sächsisch.


Werner Jurga, 04.10.2016




Seitenanfang