Sportteil

Die politische Internet-Zeitung aus Duisburg

“Nee, nee, meine Frau ist da.”
Armin Veh, Trainer des VfB Stuttgart, auf die Frage, ob er seinen 47. Geburtstag groß feiern werde.  (WAZ 02.02.2008)

“Toni, Toni, Toni, Toni”

Toni Ailton, Träger der Hoffnung beim MSV Duisburg, konnte selbige nicht erfüllen, und wurde deshalb vom Dienst suspendiert. Dass er es mit der Pünktlichkeit nicht ganz so genau genommen hat, wird überdies vom Verein als Entlassungsgrund angeführt. Für Toni Ailton Anlass genug, zeitphilosophische Fragen aufzuwerfen (WAZ 09.01.2008):

“Was ist eine Minute, was ist ein Tag?”

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Fragen, die schon im 4. Jahrhundert den Kirchengelehrten Augustinus umtrieben:
“Was ist also Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, dann weiß ich es, wenn ich es aber einem fragend erklären möchte, dann weiß ich nichts mehr."
Auch ich selbst habe mir über den Zeitbegriff so meine Gedanken gemacht (Werner Jurga: Die politische Dimension von Zeit, Duisburg 1999. Das Buch ist vergriffen, wird aber dieses Jahr neu aufgelegt, auszuleihen über Unibibliotheken oder Fernleihen). Aber ich habe mich auch mit dem Zeitbewusstsein und dem Zeitgewissen befasst. Aber damals lagen ja Tonis Worte noch nicht vor; sonst hätte ich meiner Arbeit nicht die oben zitierte Ratlosigkeit Augustinus´ vorangestellt, sondern die Weisheit des Ailton:

“Was ist eine Minute, was ist ein Tag?
Die Leute kennen Ailton, Toni kommt immer zu spät.”

Zur Funktion von Kritik äußert sich Paul Breitner , wenn er der Münchener Abendzeitung sagt: 

„Ich habe immer nur Finger in die Wunden gelegt,
die sonst unter den Tisch gekehrt worden wären.“

Dies verdient eine eigenständige Besprechung, die hier den Rahmen sprengen würde. Deshalb hier

Der im Zentrum der Radsport-Doping Skandale stehende spanische Arzt Eufemiano Fuentes hält Doping für «therapeutische Medizin» - was auch sonst? Diagnostik kann man das ja wohl nicht nennen, also Therapie. Und als solcherlei Wohltäter hofft er, lese ich in der WAZ vom 27.12.2007, auf späten Dank in der Zukunft:

«Vielleicht geben sie mir in 20 Jahren den Nobelpreis, vielleicht bauen sie mir ein Denkmal.»

Man weiß es halt nicht so ganz genau. Ist natürlich alles möglich; Fuentes rechnet sogar mit dem Schlimmsten:

«Oder sie bringen mich um.»

Ach nee, Senior Fuentes, in 20 Jahren ... glaub´ ich eigentlich nicht ...

 

Der Leichtathlet Mark Lewis-Francis erklärt :

„Meine Türklingel hat nicht funktioniert.“

Da kommt durchaus Freude auf, wenn man weiß, dass der britische Staffellauf-Olympiasieger dies für den Grund hält, warum er zwei unangemeldete Doping-Kontrollen verpasst hat (WAZ 07.12.2007).

Jedenfalls scheint die ganze Spielverderberei mit den Doping-Vorwürfen vom Radsport zunächst einmal auf die Leichtathletik überzugreifen, vielleicht demnächst auf das Biathlon (?), Hauptsache: nicht auf den Fussball ! Nicht auszudenken, was die Schnüffler hier für eine Katastrophe auslösen könnten.

 

“Toni, Toni, Toni, Toni”,

ist der Aufmacher des WAZ-Sportteils am 20.12.2007. Nein, gemeint ist nicht Kugelblitz Ailton vom MSV, der hat es nicht gebracht, der ist draußen; der durfte sofort in die Wärme. Aber der Toni, der es echt bringt, vier Tore, deshalb viermal (statt dreimal “Toni”) - der muss ran. Auch wenn er leidet; denn Leiden schafft Leistung.

Luca Toni, Sturmspitze des FC Bayern und der italienischen Nationalmannschaft:

“Wir fühlen uns wie Häftlinge der tiefen Temperaturen,
wir sind Gefangene der Kälte.”

Das berichtet der Goalgetter über die Erfahrungen seiner Familie mit dem deutschen Winter, nachzulesen in der heutigen WAZ.
Neulich war er dennoch im Winterurlaub, der Luca Toni. Darauf angesprochen brachte er das Dilemma auf den Punkt:

„Ich mag Schnee; das Problem ist die Kälte.“
 

Einstweilen gilt es Nerven zu bewahren – oder – wie es HSV-Trainer Huub Stevens ausdrückt (WAZ 08.12.2007):

„Zwischen den Ohren muss es stimmen.“

Schön ist, wenn man sich mit den Fußballgöttern identifizieren kann, seine eigenen Stärken und vor allem Schwächen wiedererkennt.
Wir Herren mittleren Alters haben so unsere Probleme:

„Wir waren heute vorne müder als hinten,
 das hat mich auch überrascht.“

(Schalkes Trainer Mirko Slomka, WAZ, 03.12.2007)

Ob ein Zusammenhang damit besteht:

„Alleine im Mittelfeld haben uns wieder
274 Länderspiele an Erfahrung gefehlt.“

(Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, WAZ 23.11.2007)

Von Skisport habe ich keine Spur einer Ahnung; deshalb weiß ich auch nicht, was sie meinen könnte:

„Auf dieser Abfahrt braucht man dicke Eier!“

Die amerikanische Skirennfahrerin Lindsey Vonn nach ihrem Sieg bei der schwierigen Weltcup-Abfahrt in St. Anton
WAZ, 22.12.2007

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